Ein großartiger Entertainer, der das reifere Publikum ziemlich um den Finger wickelt, vollkommene Extase und eine großartige Show. So stelle man sich Las Vegas vor. Und genau das durften wir vergangene Woche bei Paul Anka in der Stadthalle erlebt.

Seit 55 Jahren steht er auf der Bühne. Viel Zeit um zu lernen und zu perfektionieren, wie man den Damen die Köpfchen verdreht und die Höschen feucht macht. Und demetsprechend praktiziert er es auch. Ich habe selten soviel Extase wie bei dieser Show gesehen. Vom Einzug durchs Publikum, viel Bussi Bussi und Fotos vom großen Helden, über mutige Damen die ihm Blumen auf die Bühne brachten, bis hin zu seinem My Way Cover, bei dem sich die Menge nicht mehr halten konnte und nicht nur den Platz vor der Bühne, sondern auch teilweise die Bühne selbst stürmte.

Ich als neutraler Beobachter, konnte beide Ebenen der Show gesondert beobachten. Die auf der Bühne und die vor der Bühne. Es spielten sich Dramen ab, da könnten nur die Backstreet Boys zu ihren besten Zeiten mithalten.

Abseits dieser Dramen spielten er und sein Orchester eine sehr solide Show mit einer breiten Palette an eigenen und gecoverten Nummern. Eine kleine Portion Schmalz gehört natürlich zur Natur eines Entertainers wie dem Herrn Anka. Beim Duett mit dem per Beamer zugeschaltenen Sammy Davis Jr. übertrieb er es allerdings ein wenig. So stark auf die Tränendrüsen des Publikums zu drücken hätte er nicht nötig gehabt.

Trotz, oder gerade wegen solcher kleiner Fehltritte kann ich ihn und seine Show allerding ungeingeschränkt empfehlen. Seht ihn euch bei seinem nächsten Wien Besuch an! Wer weiss wie oft das noch der Fall sein wird.